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E-Autos: Carsharing-Großversuch in Paris

Der Traum einer abgasfreien und geräuschärmeren Stadt. Diesen Traum hegen wahrscheinlich viele, die ein Auto haben oder aber die, die in der Innenstadt wohnen und jeden Tag dem Lärm der Straße ausgesetzt sind – auch in der Nacht. „Es geht hier um die Verwirklichung eines Traums“, sagt Bolleré.

Vincent Bolleré ist Milliardär, viel mehr ist er aber tüchtiger Geschäftsmann und eben Franzose. Und weil eben Franzosen romantisch sind, träumt auch Bolleré davon, dass man in Paris wieder das Vogelzwitschern hören kann. Im Gegensatz zu anderen Träumern, die in ihren Träumen schwelgen ohne aber Ideen zur Umsetzung zu haben, versucht Bolleré seinen Traum in die Wirklichkeit, also ins romantisch, liebelnde Paris umzusetzen. Daher baut er Paris derzeit zu einem Großlabor für Elektroautos um. Das Prinzip ist einfach – wie beim Fahrradverleih oder aber wie beim schon existierenden Carsharing. Der Geschäftsmann, der unter anderem Fernsehsender in Frankreich oder aber Logistikunternehmen in Afrika besitzt, möchte das Carsharing auf Basis der Umweltfreundlichkeit und Geräuschlosigkeit mithilfe von Elektroautos umsetzen – und das mitten in einer von Europas größten Städten: Paris.

Nun könnte man meinen, Franzosen sind halt so. Allerdings meint es Bolleré ernst. Er möchte in Paris Elektroautos verleihen. Das Projekt befindet sich noch in der Testphase mit 250 Autos, bis 2013 allerdings möchte er seinen Fuhrpark auf 3000 Autos aufgestockt haben. Außerdem würden seine Autos länger aushalten als andere E-Cars, wie man die Elektrowagen umgangssprachlich auch nennt. Seine würden demnach 250 Kilometer fahren, bis deren Akkus wieder aufgeladen werden müssten.

Allerdings erntet Bolleré dafür auch Kritik. Denn seine Autos funktionieren nicht auf der Basis von Lithium-Ionen-Akkus sondern auf Polymer-Batterien, die eben 250 Kilometer lang fahren können. Einem Bericht einer französischen Behörde zufolge, seien Lithium-Ionen-Akkus hochgefährlich, wenn sie in geschlossenden Räumen Feuer fangen. Nun musste Bolleré den französischen Behörden  das Gegenteil beweisen, dass seine Akkus sicher sind.

Half alles nichts: Die Behörde beschloss, dass sie nicht wie geplant 200 Ladestationen einrichtet, sondern nur unter freien Himmel. Der Milliardär will sein Projekt dennoch umsetzen, auch wenn er Umsatzeinbußen erwartet. Er ist halt Träumer und Franzose und will unbedingt die Vögel zwitschern hören.