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US-Markt: Zulassungen brechen ein – VW lacht sich ins Fäustchen

Audi und VW konnten rekordverdächtige Absätze auf dem US-amerikanischen Markt erzielen - Foto von: © Marco2811 - Fotolia.com

Audi und VW konnten rekordverdächtige Absätze auf dem US-amerikanischen Markt erzielen - Foto von: © Marco2811 - Fotolia.com

US-amerikanische Autobauhersteller haben es im Moment nicht leicht: General Motors und Ford mussten eindeutige Rückgänge hinnehmen. Wie es aussieht, sind die amerikanischen Bürger nicht mehr scharf auf den ganz großen Autokauf. Die Fachzeitschrift “Automotive News” gab bekannt, dass die Autoverkäufe im Juli nur noch ein Plus von drei Prozent hatten, wohingegen das erste Halbjahr mit einem Plus von 15 Prozent recht gut lief.

Dennoch gibt es Lichtblicke – allerdings für die deutschen Autobauer. Audi und VW verbuchten rekordverdächtige Absätze. Audi blickt gar auf einen der besten Verkaufsmonat seit langem zurück. Mit einem 28-prozentigen Anstieg konnten die Ingolstädter 11 700 Autos absetzen. Und bei VW sah das nicht anders aus: die beste Bilanz in beinahe 40 Jahren in den USA – ein Anstieg um 27 Prozent auf 37 000 Autoverkäufe. VW-Landeschef Jonathan Browning zeigte sich beeindruckt. Nun geht es darum, weitere Pläne zu verfolgen. Bis 2018 möchte Volkswagen den Trend weiter ausbauen und bis dahin den US-Automarkt anführen.

Dabei sah es zu Anfang gar nicht so rosig aus für VW. Erst als man die Einstiegspreise senkte und mit neuen Modellen aufwartete, konnte man die US-Amerikaner von sich überzeugen. Dafür baute VW sogar ein Werk in Chattanooga, Tennessee, in dem derzeit rund 3 300 Arbeiter beschäftigt sind.

Allerdings ist der Markt alles andere als stabil. Selbst Größen wie BMW mussten ein Tief hinnehmen. Ohne die Tochter MINI hätte auch der bayrische Autobauer keine vier Prozent im Plus gesehen. Von Mercedes-Benz gibt es derweil noch nicht einmal Absatzzahlen. Bei US-eigenen Marken gab es ein sattes Minus. General Motors hat ganze sechs Prozent weniger verkauft, kommt demnach auf “nur” 201 200 abgesetzte Fahrzeuge. Auch bei Ford ging der Absatz um vier Prozent auf 174 000 Autos zurück. Nur Chrysler, als drittgrößter US-Hersteller, kam noch auf 13 Prozent im Plusbereich mit 126 400 Wagen.

Das Unternehmen Chrysler

Der US-amerikanische Automobil-Hersteller Chrysler mit Sitz in Auburn Hills im Bundesstaat Michigan gehört zu einem der Pioniere der Automobil-Technik und zu einem der drei größten Amerikanischen Auto-Hersteller. Nachdem Walter P. Chrysler 1919 seinen Posten als Vizechef von General Motors räumte, heuerte in der selben Position bei Willys-Overland an, ein ehemaliger Auto-Hersteller, und führte das Unternehmen zurück in die schwarzen Zahlen. Danach ging es zur traditionsreichen Maxwell Motor Company, unter dessen Führung 1924 der erste Chrysler Six vorgestellt wurde. Ein Jahr später wurde ein eigenes Unternehmen rund um den Chrysler gegründet, der Vorgänger der heutigen Chrysler Group. Das Unternehmen lief blendend und so kam es auch zur Übernahme von Maxwell und dem Giganten Dodge Brothers, das zum Zeitpunkt des Verkaufs viermal so groß wie Chrysler selbst war. Auch wurde ein repräsentatives Hochhaus errichtet, das noch immer zu einem der beeindruckendsten Bauwerke in Manhattan gehört: Das Chrysler Building. Heute ist es im Besitz des Abu Dhabi Investment Council.

Doch es geht nicht nur bergauf: Wegen der Finanzkrise brach Chrysler ab 2007 der Markt weg, der Umsatz sank um 30 %. Nur durch eine Finanz-Spritze der Amerikanischen Regierung konnte es kurzfristig weitergehen. Im Jahr 2009 verhandelte Chrysler mit dem Italienischen Auto-Bauer Fiat über eine Allianz. Nach einem kurzen Betriebsstopp wegen Reibereien mit Banken, Regierung und Gläubigern konnte Fiat im Juni 2009 endlich Anteile von Chrysler erwerben. Die Marke ist mittlerweile mit Fiats Lancia verschmolzen. Während sich Lancia um deutschsprachige Länder kümmert, deckt Chrysler den englischsprachigen Raum ab.

Heute führt Chrysler neben dem Chrysler auch noch andere Marken wie Dodge, Jeep, Ram Trucks oder Global Electric Motorcars. Chrysler entwickelte als erstes Unternehmen Automobile in Windkanälen und stellte das erste elektrische Cabrio-Verdeck her. Die Servolenkung bauten sie als erster Hersteller serienmäßig in ihre Fahrzeuge ab 1951 ein, 1958 folgte dann der erste Tempomat, die dem Fahrer eine automatische Geschwindigkeitskontrolle bietet.