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Düstere Prognose: Autoabsatz fällt 2013 auf 20-Jahre-Tief

Wird der Absatzmarkt für Autos in den kommenden Jahren deutlich sinken? - Foto von: © Schlierner - Fotolia.com

Wird der Absatzmarkt für Autos in den kommenden Jahren deutlich sinken? - Foto von: © Schlierner - Fotolia.com

Europas Automarkt ist in der Krise: Nahezu alle wichtigen Prognose-Institute korrigierten die Zahlen des für 2013 erwarteten Wirtschaftswachstums nach unten. Schuld ist das Konjunkturtief, das wegen der anhaltenden Euro- und Staatsschuldenkrise grassiert. Derweil steigt das Risiko, dass sich die Krise weiter verschärft. Stimmen die Prognosen, könnte 2013 das Jahr mit den niedrigsten Absatzzahlen seit 1993 werden.

Während im Jahr 2000 noch knapp 15 Millionen Pkw im Westen Europas verkauft wurden, werden es dieses Jahr nur noch rund zwölf Millionen Fahrzeuge sein. Obwohl der Absatz auf dem Weltmarkt in diesem Jahr um 5,2 Prozent steigt, sinkt der Absatz in West-Europa um rund 5,4 Prozent. Im kommenden Jahr könnte die Zwölf-Millionen-Marke dann erstmals unterschritten werden. Ein historisches Tief wie im Jahr 1993, als in West-Europa nur 11,3 Millionen PKW verkauft wurden. Mindestens bis 2015 wird die Schuldenkrise Auswirkungen auf die hiesige Automobilbranche haben, sind sich Experten einig. Erst für 2016 sehen sie wieder Chancen, an den Absatz des letzten Jahres anzuknüpfen.

Vor allem die südlichen Länder und Autohersteller sind von der Krise betroffen. Rund 2,12 Millionen der insgesamt 2,7 Millionen fehlenden Verkäufe fallen auf Südländer zurück. Klar, dass lokale Autobauer wie Fiat, PSA, Renault und Seat regelrecht um ihre Existenz fürchten. Aber auch andere Unternehmen wie Audi, Ford, General Motors und Volkswagen lassen in Südeuropa produzieren. Die lokalen Zuliefererfirmen bekommen den Rückgang der Nachfrage also besonders drastisch zu spüren. Nur, wer international aufgestellt ist oder schnell neue Märkte erschließt, kann die Krise überstehen und den Verlust in West-Europa ausgleichen. Experten rechnen damit, dass sich die Zukunft der europäischen Automobilindustrie durch das Absatztief komplett verändern könnte: Die Hersteller in den nördlichen Ländern könnten bald den Markt dominieren, während Südeuropa zunehmend an Bedeutung verliert.

“Projekt Tiger” – Daimlers Vision in China

China © olly - Fotolia.com

China © olly - Fotolia.com

Im fernen Osten tüffteln derzeit deutsche Ingenieure gemeinsam mit chinesischen Kollegen an einem ganz anderen elelektronischen Automobil. Unter dem Decknamen “Projekt Tiger” möchte Daimler mit einem chinesischen Hersteller von Hochleistungsakkus namens BYD das effizienteste E-Auto der Welt konstruieren. Der Markt um die umweltfreundlichen Gefährte hat Zukunft: Nach mehr als 100 Jahren Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefährdung durch Raubbau an der Natur und dem Verbrennen von fossilen Stoffen, nach Panikmache wegen Klimawandel und vielen Naturkatastrophen, werden Elektroautos immer beliebter – auch in China, dem größten Automarkt der Welt. Hier werden mehr Autos verkauft als in Deutschland oder in Amerika – und bis 2015 möchte Daimler den fernen Markt für sich gewinnen. Ein ehrgeiziges Ziel. Gelingt aber das Projekt mit BYD, sind Daimlers hochgesteckte Ziele durchaus realistisch: E-Autos leiden immer noch unter zu schwachen Akkus, einem zu hohen Gewicht und dadurch einem sehr kleinen Radius. Alltagstauglich, effizient oder energiesparend sind E-Autos noch lange nicht.

BYD steht für “Build your own dreams”. In gerade mal zehn Jahren ist das dem jungen Unternehmen gelungen, heute sind sie weltweite Nummer Eins, was Handy- und Laptop-Batterieren angeht. Während sich Daimler durch die Kooperation einen besseren Zugang zum gigantischen chinesischen Markt mit mehr als 150 Millionen Konsumenten erhofft, spekuliert BYD darauf, nützliches Wissen rund um den Autobau zu erwerben. Denn auch BYD möchte in naher Zukunft den asiatischen Automarkt dominieren.

Dabei sieht es so aus, als ob die Chinesen die Deutschen bereits überholt hätten: Während deutsche Autobauer erst für 2013 mit serienmäßigen E-Autos hierzulande rechnen, rollen in China bereits die ersten Modelle über die Straßen. Kanzlerin Merkel subventioniert mit einer halben Milliarden Euro die Forschung rund um alternative Antriebe, Chinas Präsident Jintao steckt dagegen die nächsten fünf Jahre jedes Jahr rund drei Milliarden in die Förderung der Zukunft der Automobile. Stellt sich nur noch eine Frage: Wer kann bei dieser Kooperation von wem lernen?

Neu: Der Subaru XV

Subaru © Maksim Toome - Fotolia.com

Subaru © Maksim Toome - Fotolia.com

Die Kompakt-SUVs aus dem Hause VW und Nissan bekommen Konkurrenz: Mit dem Subaru XV erscheint ein weiterer Allrad-Profi auf dem Automarkt. Die Nische der kleinen SUVs ist seit Jahren stetig im Aufschwung: So verkaufte sich der Nissan Qashqai im Jahr 2011 auch mehr als 30.000 Mal allein in Deutschland. Von diesem Kuchen möchte der japanische Autobauer Subaru nun auch ein Stück abhaben. Kann das mit dem XV gelingen?

Dieser hübsche SUV in der Kompaktklasse trägt den Slogan “Urban Adventure” und so sieht er auch aus: Wie eine Mischung aus modernem Stadtgefährt und traditionellem Geländewagen. Besonders junge Großstädter, Familien und Frauen sollen von dem Modell angesprochen werden. Ein sechseckiger Kühlergrill und imposante Scheinwerfer zieren die Schnauze des Wagens. Beim Blick von der Seite fallen sofort die hohen Radhäuser über den edlen 17-Zoll-Felgen auf. Dunkle Kunststoffprotektoren an den Radläufen und den Schwellern betonen die sanfte, geschwungene Form des 4,45 Meter langen und knapp 1,6 Meter hohen XVs. Die Gestaltung des Innenraums wirkt dagegen beinah langweilig und bieder: In Punkto Verarbeitung, Komfort oder Sicherheit gibt es zwar Nichts zu bemängeln, ästhetisch überzeugt das schlichte Interieur aber kaum.

Technisch überzeugt der XV vor allem dank seinem souveränen und soildem Fahrwerk – sowohl als Schalt- als auch als Automatikversion. Das 1,4 Tonnen schwere Gefährt gibt es entweder als 1,6 Liter Benziner mit 114 PS, als Vierzylinder-Boxer mit 150 PS oder als Boxer-Diesel mit 147 PS. Wer auf sportliches Fahren steht, sollte ohne zu Zögern zum Diesel greifen: In unter 10 Sekunden geht es von Null auf Hundert, Höchstgeschwindigkeit liegt knapp unter 200 km/h, der Verbrauch wird mit 5,6 Litern Diesel pro 100 Kilometer Fahrt angegeben. Klarer Nachteil und verschenkte Chance von Subaru: Die Diesel-Variante hat weder eine Automatik-Option, noch verfügt sie wie etwa die Benziner über eine Start-Stop-Steuerung. Ab März gibt es den japanischen Lifestyle-SUV in Kompaktform, los geht es mit knapp 22.000 Euro.