Artikel-Schlagworte: „Assistenzsysteme“

Fahren wie von Geisterhand

Wissenschaftsprojekt Auto

Wissenschaftsprojekt Auto

Das intelligente Auto, das ganz von alleine fährt – bislang mutet diese Vorstellung futuristisch an, so weit ist der Weg dorthin aber gar nicht mehr. Zahlreiche Fahrassistenzsysteme nehmen dem Autofahrer immer mehr Verantwortung ab, und das Zeitung lesen auf dem Fahrersitz während der Fahrt ins Büro könnte in den nächsten Jahren durchaus Realität werden.

Das Fahren mit Autopilot

Die Ingenieure von Mercedes haben mit dem Mercedes E 500 einen Prototypen entwickelt, der äußerlich wie eine ganz normale E-Klasse wirkt, aber eine ganz besondere Fähigkeit hat: Mit ihm ist das Fahren auf der Autobahn ohne Eingreifen eines Piloten bereits möglich.

Mit dem Automatikmodus auf die Autobahn

Das Einordnen auf die Autobahnspur übernimmt der Fahrer noch selbst, sobald aber der Tempomat in Aktion ist, schaltet sich auch der Autopilot ein. Das Auto wird sicher in der Spur gehalten, der Abstand zum Vordermann wird genau berechnet, das Tempo gedrosselt oder erhöht und das Lenkrad lenkt von selbst. Die zweite Stufe ist der weiterentwickelte Automatikmodus. Hier kann der Autopilot auch das Überholen übernehmen. Der Blinker wird gesetzt, das Fahrzeug beschleunigt, schert aus, überholt und ordnet sich wieder auf der rechten Spur ein, während der Fahrer die Hände hinterm Kopf verschränken kann. Auch einzelne Aktionen ohne eingeschaltete Automatik sind möglich, per Knopfdruck kann ein Überholmanöver oder ein Spurwechsel geordert werden.

Radarsysteme und Kameraüberwachung

Die dafür benötigte Technik ist umfangreich. Eine nach vorne schauende Doppelkamera erkennt den vorausfahrenden Verkehr und die Straßenlage. Diese Informationen werden an den Abstandshalter und den Totwinkel-Assistenten weitergeleitet. Nach hinten sind zwei zusätzliche Radarsensoren verbaut, um das Auto in der Spur zu halten.

Noch ist die Technik nicht serienreif und bislang auch nur für Strecken auf der Autobahn oder beim Parken überhaupt nutzbar, der unberechenbarere Stadtverkehr überfordert die zur Verfügung stehenden Systeme noch. Es wird also noch ein bisschen dauern, bis die Autopiloten Serienreife erreicht haben, und solange muss oder darf der Fahrer noch selbst Hand anlegen.

Bilderrechte: © videodoctor – Fotolia.com

Neue intelligente Lenksysteme für Autos

Fahrzeuge sollen intelligenter werden, mitdenken und mitlenken. Daran arbeitet auch Entwicklungsingenieur Matthias Warnecke, der regelmäßig auf den Straßen der Welt unterwegs ist, um Fahrzeuge zu testen und an deren Systemen zu arbeiten. Dabei überprüft er, ob Fahrzeuge in der Mitte einer Fahrbahn bleiben und  sich seine Verbesserungen an den Fahrassistenzsystemen auch tatsächlich in der Praxis bewähren.
Zu diesen Extras zählen zum Beispiel kleine Videokameras für Audi, die, zwischen Rückspiegel und Windschutzscheibe integriert, Verkehrszeichen, Lichtpunkte, Fahrzeuge und auch Fahrspuren erkennt. Dieser zusätzliche Rundblick soll Autofahrern dabei helfen, Unfälle vorzubeugen. Der erfährt durch den Computer dann, in welcher Entfernung sich Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe befinden, wo die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt und wie sich das Auto auf der Fahrbahn bewegt. Neuere Modelle werden mittlerweile zusätzlich mit Ultraschallsensoren, Radarsystemen, Bordmonitoren und Bildverarbeitungssoftware ausgestattet. Hierbei werden Systeme entwickelt, die notfalls eingreifen und beispielsweise leicht gegenlenken, wenn Fahrer ohne zu blinken von der Spur abkommen sollten. Das findet aber nur dann statt, wenn Fahrer dies auch wünschen. Das wird auch vom ADAC betont, da die Technik das Fahren nicht übernehmen, sondern lediglich erleichtern und sicherer machen sollen. Auch modernste Technik könne sich demnach auch einmal irren und soll keinesfalls die Kontrolle übernehmen. Deshalb orientieren sich die Entwickler der Assistenzsysteme vor allem auch an der Unfallforschung, um Auslöser für solche Situationen frühzeitig zu erkennen. Bis ein solches System jedoch ausreichend getestet ist und umgesetzt wird, vergehen mitunter schon einmal drei bis fünf Jahre.

Wichtig sind diese Entwicklungen vor allem, weil Autofahrer heutzutage mehr äußeren Einflüssen ausgesetzt sind, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Mehr Ablenkung entsteht durch mehr Verkehrsschilder und mehr Autos. Um möglichen Manövern ein wenig das Risiko zu nehmen, hat Matthias Warnecke nun innerhalb von acht Jahren fast 200 000 Kilometer Testfahrten hinter sich gebracht, um seine Entwicklungen weiter voran zu bringen.