Die Geschichte des Scheibenwischers

Jeder Autofahrer sieht Scheibenwischer als selbstverständlich an, nützliche Helfer bei Regen, Schnee oder Verschmutzungen. Doch auch diese altbekannten Alltags-Helfer haben eine interessante Geschichte.

Wer wusste zum Beispiel, dass wir diese unentbehrliche Erfindung einer amerikanischen Frau zu verdanken haben? Mary Anderson erhielt im November 1903 das Patent auf die erste funktionierende Scheibenwischanlage der Welt. Ihre Erfindung bestand aus einem im Lenkradnähe angebrachten Hebel, mit dem der Fahrer auf der Windschutzscheibe einen gefederten Schwingarm mit einem Gummiblatt bedienen konnte, der anschließend wieder in seine Ausgangsposition zurückkehrte. 1905 meldete dann der Bruder von Kaiser Wilhelm II., Heinrich von Preußen, als erster Deutscher ein ähnliches System zum Patent an. Erst 1908 hat er selbiges dann erhalten. Der Scheibenwischer seines Opels war noch handbetrieben. Die Firma Bosch stellte dann 1926 eine Apparatur vor, deren Wischarm samt Gummilippe von einem Elektromotor angetrieben wird. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Fahrzeuge höchstens mit einem von Hand zu betätigendem “Abstreiflineal” ausgestattet. Ein bekannter Brite, Baron Rothschild, erfand 1929 einen elektrisch betriebenen Scheibenwischer, den er probeweise in einen Bugatti Type 35 B einbaute. Erst 1964 erfand wiederum ein Amerikaner, Robert Kearns, den Intervallscheibenwischer. 1999 trumpfe dann wieder Bosch mit dem gelenklosen Flachbalken-Wischer, auch Aerotwin, auf, der heute bei fast allen Nutzfahrzeugen vorgesehen ist. Bei einer Autobörse kann man sich andere Scheibenwischer-Modelle kaufen.

Bei Schiffen wird eine sogenannte Schleuderscheibe eingesetzt, um die Scheiben von Regen zu befreien. Der Motor versetzt sie in schnelle Rotation, so dass durch die Fliehkraft Regen und Spritzwasser nach außen geschleudert werden. So wird kontinuierlich eine klare Sicht ermöglicht. Diese Technik kommt auch bei Schneefräsen und “schneesturmfähigen Fahrzeugen” zum Einsatz. Früher waren auch Dampflokomotiven damit ausgestattet.

Eine weitere Besonderheit der Geschichte der Scheibenwischer: Der deutsche Künstler Herbert Zangs (1924-2003) verwendete sie sogar zum Auftragen von Farbe!

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